Hier berichten wir, was in jüngster Vergangenheit im Verein passiert ist, oder was in der Imkerei je nach Jahreszeit oder Wetterlage passiert.
Unser Ehrenmitglied Eckhard Wollenberg
Wir waren sehr betroffen, als wir Anfang des Jahres von Eckard Wollenberg hörten, daß er seine Wohnung in Kohlscheid im Lauf des Sommers aufgeben und nach Gemünd in der Eifel ziehen möchte. Seine Imkerei würde er bei dieser Gelegenheit auflösen bzw. in andere Hände übergeben.
Die Zeit bis zum Sommer verging wie im Flug und im Laufe des Juli ist Eckard dann auch nach Gemünd in eine angemietete Wohnung umgezogen. Seine Bienen hat er in gute Hände übergeben, sie wenigstens bleiben in Kohlscheid!
Eckhard hat die Liebe zur Imkerei mit dem Eintritt ins Rentenalter entdeckt. Unterstützt wurde er bei seinen ersten Schritten von Alfred Gersmann, aber bald hat er die Arbeit mit den Bienen selbständig beherrscht.. Als Handwerker fiel es ihm leicht, eine Lösung für alle im Laufe der Zeit aufkommenden Probleme zu finden. Besonders beeindruckend war der Neubau seines Bienenschauers, in dem alle Beuten geschützt vor Regen vorbildlich untergebracht waren. Für die Bienen war die Umgebung von Eckards Stand in seinem Garten am Rand des Wurmtals ein Paradies. Er erntete reichlich und schmackhaften Honig, der in seiner Familie und bei Freunden und Bekannten guten Absatz fand. Eckhard war siebzehn Jahre lang Imker. Die Bienen hatten in ihm einen guten Bienenvater!
Im Bienenzuchtverein Bardenberg-Alsdorf hat Eckard zwei Wahlperioden lang das Amt des Schriftführers bekleidet, das er mit Umsicht und Gewissenhaftigkeit versah. Wir im Verein schätzen Eckhard über die Maßen! Seine ruhige, ausgeglichene Art macht ihn als Mitimker und Gesprächspartner angenehm und sympathisch. Stets hilfsbereit und zupackend, dabei sich vornehm zurückhaltend, so kennen wir Eckard! Und: Wer zu Eckard und Jenny kam, fand immer eine offene Tür: Bei vielen Anlässen haben wir die Gastfreundschaft dieser beiden genießen können. Tragisch, daß das Leben es nicht besser mit ihnen gemeint hat!
Im Rahmen unserer Monatsversammlung vom 7. Juli haben wir Eckard verabschiedet und ihn zum Ehrenmitglied unseres Vereins ernannt. Für alles, was wir von Eckard im Laufe der Zeit empfangen haben sind wir aus tiefstem Herzen dankbar! Eckard, wir wünschen Dir ein erfüllendes Leben in Gemünd. Laß wenigstens ab und zu noch mal etwas von Dir hören!

Im Kessel ist kein Wachs, sondern leckere Gulaschsuppe! Eckard beim Kochen anläßlich des Besuches unserer Freunde aus Hildburghausen im Mai 2011
Juni: Von allem ein bisschen!
Im Juni sollte es in der Imkerei eigentlich ein wenig ruhiger zugehen: Die stürmische Entwicklung der Völker ist merklich verlangsamt und die erste Honigernte ist eingebracht. Und meistens klingt auch die Schwarmstimmung langsam ab - gegen Ende des Monats ist dann meist das Schlimmste überstanden.
Die so gewonnene Zeit kann man für die Königinnenzucht nutzen. Man kontrolliert das Begattungsergebnis der aufgestellten Jungköniginnen, freut sich über die ersten Brutnester der diesjährigen Mütter, muss aber auch manchen Misserfolg konstatieren, zum Beispiel, wenn die Jungkönigin nicht von ihrem Begattungsflug heimgekehrt ist. Man bildet Ableger aus den bestehenden Völkern - man weiss ja nie, was in der laufenden Saison noch alles mit den Altvölkern geschehen kann. Und ausserdem kümmert man sich um den Honig, den man beobachtet, gelegentlich rührt und, wenn es so weit ist, in Gläser abfüllt. Eimer um Eimer wandert durch den Abfüllkübel in die Gläser!
"Nebenbei" sollte man aber seine Völker schon noch auf Schwarmstimmung kontrollieren - es sei denn, man hat die alte Königin im Volk schon gegen eine neue ausgetauscht. Junge Königinnen schwärmen im ersten Jahr so gut wie nie - man kann sich die Kontrolle dann wirklich sparen! Allerdings will man nicht jede Königin aus dem Vorjahr auswechseln - manche sind einfach so gut, daß man sie gerne noch ein Jahr behalten und bei Eignung vielleicht von ihr nachziehen möchte.
In diesem Jahr (in dem alles anders ist als sonst!) ist das Bienenjahr schon weiter fortgeschritten als uns der Kalender Glauben macht: Die Schwarmlust ist praktisch erloschen - in einigen Völkern wurde von den Bienen sogar schon die Königin "still umgeweiselt" (die Bienen ziehen sich eine neue Königin und jagen nach erfolgter Begattung der neuen die alte aus dem Stock). Es werden nur noch wenige Drohnen gebrütet und die Tracht ist ziemlich zum Erliegen gekommen. Die Bienen "fühlen" sich an wie im Juli. Wahrscheinlich ist Mitte Juli "Feierabend" und wir können uns und die Bienen auf den Winter vorbereiten.
(Dieser Artikel wurde von der Seite www.imkerei-elsaesser übernommen)
Mai 2011:
Der Höhepunkt des Bienenjahres nähert sich.
Der diesjährige April hat für eine rasante Entwicklung unserer Völker gesorgt. Seit etwa dem 10 April blüht ständig eine Pflanze, Strauch oder Baum - sei es der Raps, der Löwenzahn, der Ahorn, die Kirsche, der Apfel oder der Weißdorn: Die Bienen konnten aus dem Vollen schöpfen. Vorausgesetzt, der Imker hat für Platz gesorgt, konnte sich das Brutnest ordentlich ausdehnen. Drohnenwaben und Mittelwände wurden zügig ausgebaut und bebrütet. Die Entwicklung unserer Völker entspricht der Entwicklung der Vegetation, die dem langjährigen Mittel wohl 14 Tage voraus ist! Am 1. Mai konnte man die ersten Blütenspitzen der Robinie sehen! Die Honigräume konnten dieses Jahr wohl so früh wie schon sehr, sehr lange nicht mehr gegeben werden.
Wo allerdings nicht genug Platz nicht genug Platz war für Brut und eingetragenen Nektar, dort begannen die Völker bald unter der Raumnot zu leiden! Als Folge sind sie häufig in Schwarmstimmung geraten. Erste Schwärme wurden bereits Mitte April gemeldet.
Das ziemlich warme Wetter war günstig für den regen Bienenflug, und die reiche Blütenvielfalt sorgte für ein gutes Nektarangebot. So trugen denn die Völker auch fleissig ein. Einzig die Trockenheit verhinderte Rekordzuwächse auf der Waage! Immerhin mag es auch sein Gutes gehabt haben, dass die Blüten nicht allzu reich honigten, denn zu viel Nektar bringt die Bienen auf dumme Gedanken: sie wollen nur noch weg!
So konnten denn viele unserer Kollegen noch vor Ende April das erste Mal in diesem Jahr die Schleuder drehen. Die Honige sind ausgesprochen ausgewogen und bemerkenswert trocken. Es wird von Honigen berichtet, die unter 15 % Wassergehalt aufweisen!
Was steht noch an im Mai für den Imker und seine Völker? Er muß sich um die Ablegerbildung kümmern, möglicherweise die Königinnenzucht durchführen und vor allem weiter darauf achten, daß ihm seine Bienen treu bleiben, also nicht schwärmen!
April 2011:
Das Grosse Blühen kann beginnen!
Im März sind die Bienenvölker aus der "Winterruhe" aufgewacht. Mit dem Blühbeginn von Haselnuss und Krokus sind erste Pollen für die Bienen verfügbar gewesen und die Königin hat langsam ihre Legetätigkeit gesteigert.
Der Imker hat seine Völker durchgesehen, alte Waben aus den Stöcken genommen und Platz geschaffen für neue Brut. Tatsächlich sind jetzt, Anfang April, die Völker schon prächtig in Schuss. Dies ist auch nötig, wenn sie die Tracht ausnutzen wollen, die dieses Jahr sehr früh - so früh wie schon lange nicht mehr! - zu erwarten ist. Ahorn und Wildkirsche blühen an geschützten Stellen, und bald wird alles weiss und rosa sein von der Blütenpracht des Frühjahrs - Wildkirsche, Süsskirsche, Pflaumen und Apfelbäume.
Hier ein Volk, das schon so stark ist, dass der Imker den Honigraum geben kann, in dem die Bienen den Nektar aus der reichen Tracht des Frühjahrs einlagern können. Man sieht, dass beide Bruträume, sowohl der untere als auch der obere, von Bienen förmlich überquellen!
unterer Brutraum, alle Waben voll besetzt
oberer Brutraum, die Bienen zeigen durch den Überbau an, dass sie "aufstocken" wollen!
Was treibt der Imker sonst noch im frühen Frühjahr?
Alte Waben werden aus den Völkern entnommen, dafür gibt der Imker neue "Mittelwände" oder ausgebaute Waben aus dem Vorjahr. Diese wurden im Vorjahr für die Einlagerung des Honigs von den Bienen ausgebaut.
Alte, oft bebrütete und schadhafte Waben werden
aussortiert
Was geschieht mit den alten Waben, die der Imker aus den Völkern entfernt? Sie werden eingeschmolzen, um den wertvollen Wachs zu gewinnen, den man später im Jahr zum Beispiel für Kerzen verwenden kann.
Der Dampfwachsschmelzer nimmt die alten Waben auf
Der Dampfwachsschmelzer in Produktion
Rohwachs aus dem Schmelzer
Der Trester aus dem Schmelzer landet auf dem Kompost
An die Stelle der alten Waben gibt der Imker schöne ausgebaute Waben aus dem Wabenvorrat oder sogenannte "Mittelwände", fertige Wachsplatten, auf denen das Zellenmuster für die Bienen vorgeprägt ist.
Für die Erneuerung des Wabenbaus werden entweder die ausgeschleuderten Honigwaben aus dem Vorjahr (vorne) oder Mittelwände (hinten) gegeben
Und wenn das Wetter mitspielt, kann er im April auch schon die Honigräume aufsetzen. In unserer Region ist der passende Zeitpunkt meist der Beginn der Kirschblüte.
Dazu später mehr!
September 2010
Gründung einer Imker-AG am Heilig-Geist-Gymnasium, Würselen
Als ich vor drei Jahren mit der Imkerei anfing, dachte ich nicht im Entferntesten daran, dass mein Hobby, für das ich mich so begeistern konnte, und mein Beruf als Lehrer des Heilig-Geist-Gymnasiums (HGG) zusammenfinden könnten, zumal ich Lehrer für Geschichte und katholische Religionslehre bin.
Als unsere Schule beschlossen hatte, eine Ganztagsschule zu werden, in der auch die Arbeitsgemeinschaften ausgebaut werden sollten, kam die Idee auf, eine Imker-AG ins Leben zu rufen. Ein Kollege war dafür gleich begeistert und war bereit mit mir diese AG aufzubauen.
So war der erste Schritt eine gründliche Recherche im Internet mit dem Ergebnis, dass es schon einige Schulen gab, die diese schöne Idee verwirklicht hatten. Anhand dieser Erfahrungen und den Gegebenheiten am HGG wurde ein Konzept entwickelt, das grundlegende Fragen klären musste: Für welche Schülergruppe soll die AG sein, wie viele Schüler sind für solch eine AG sinnvoll, mit wie vielen Bienenvölkern soll die Imker- AG starten, was machen die Schüler im Winter, wenn wenig imkerliche Arbeiten zu verrichten sind, woher bekommen wir die Bienenvölker und eine Startfinanzierung, wo sollen die Bienen stehen, so dass der Standort für die Bienen günstig, die Schüler vor den Bienen geschützt und die Bienen vor den Schülern geschützt sind? Gibt es einen Raum, in dem wir unsere Materialien lagern können?
Wir haben bei der Schulleitung und auch beim Bienenzuchtverein Alsdorf-Bardenberg unser Konzept vorgestellt und sind überall auf offene Ohren und unterstützende Hilfe gestoßen.
Als Ort haben wir den schuleigenen Biogarten gewählt. Die AG ist für alle Schüler offen, Werbung wird aber in erster Linie in den Klassen 5 und 6 gemacht (für die Klasse 5 gibt es durch das Ganztagskonzept der Schule einen verpflichtenden AG-Nachmittag). Die Grundidee ist, dass mittelfristig 2-3 Schüler ein Bienenvolk betreuen und wir Lehrer ihnen hilfreich über die Schulter schauen. Wir haben uns deshalb entschlossen mit 5 Völkern anzufangen und in die AG maximal 15 Schüler aufzunehmen.
Zwei Bienenvölker hat uns dankenswerter Weise Herr Gerhards überlassen, eines bekamen wir von einem Verwandten meines Kollegen und zwei Bienenvölker konnte ich dazusteuern. Ein Kollege von mir stiftete uns vier alte Beuten. Schritt für Schritt nahm die Imker-AG Gestalt an. Finanzielle Unterstützung für die Grundausstattung bekamen wir vom Förderverein des Heilig-Geist-Gymnasiums und vom Bienenzuchtverein Alsdorf-Bardenberg und ein Antrag liegt noch dem Imkerverband Rheinland vor. Bienenzuchtbedarf Geller machte uns für diese AG Sonderangebote. Imkerkollegen waren bereit im Falle von Völkerverlusten im Winter Ersatzvölker zu stellen. So war die AG auch materiell und finanziell auf gesunde Beine gestellt.
Für den seltenen Fall, dass eines der Kinder eine Insektenstichallergie hat und mit einem allergischen Schock reagiert, wird noch ein Notfallmedikament besorgt.
Am 6. September war es dann soweit. Zum ersten Mal tagte die AG. Es wurde Honig gekostet, der Aufbau eines Bienenstocks und der Imkerwerkzeuge erklärt und ein erster Besuch bei den Bienen gemacht. Die Schüler waren ganz begeistert. In den 5ten Klassen hatten sich 8 Schüler gemeldet – weitere Anmeldungen aus der Jahrgangsstufe 6 und 7 sind eingetroffen, so dass die AG wohl 13-15 Schüler umfassen wird.
Jetzt im Winter werden wir die alten Beuten herrichten und streichen, Waben schmelzen und Kerzen herstellen, einen Schaukasten für die Schule neu herrichten und natürlich Mittelwände herstellen.
Wir sind gespannt, wie das Abenteuer Imker-AG weitergeht!
Tobias Schreiber
Donnerstag 26.05.2010
Ich möchte noch auf eine interessante Fernsehsendung hinweisen.
Am Donnerstag, den 27. Mai um 15.00 Uhr wird bei WDR planet wissen
die Sendung: Die Welt der Bienen - Von Honig, Milben und Gelee Royal
ausgestrahlt.
Gruß Herbert Gerhards
Samstag 01.05.2010
STOP PRESS STOP PRESS STOP PRESS STOP PRESS STOP PRESS STOP PRESS
Trachtlücke – Schwarmstimmung steigt - Räubereigefahr!
In den drei Tagen seit Mittwoch wird die Tracht trotz großer Blütenvielfalt scheinbar knapper. Die Bienen fliegen kaum mehr aus und lungern in oder vor der Beute herum (siehe Bilder). Offenbar hat der kurze Regen vom letzten Wochenende nur kurzfristig Wirkung gehabt: Die Trockenheit nimmt zu, vor allem bei dem trockenen Südwest-Wind, und die Pflanzen honigen schlecht.. Für eine Blatthonigtracht ist das Wetter zu kühl
Häufig können Bienen an der rückwärtigen Seite der Beute beim „schnüffeln“ beobachtet werden; auf den Flugbrettern gibt es Raufereien zwischen Wächtern und Eindringlingen. Und an den aufgehängten Drohnenwaben tummeln sich Bienen – sonst um diese Jahreszeit praktisch nie zu beobachten.
In den Völkern steigt die Schwarmstimmung – wegen des abgerissenen Trachtstromes kann es sein, dass die Königin die Eiablage drosselt – dadurch entsteht ein Missverhältnis zwischen zu pflegender Brut und vorhandenen und schlüpfenden Bienen.
Arbeiten zur Schwarmkontrolle sind jetzt doppelt wichtig, sie sollen aber nach Möglichkeit überlegt und zügig und vor allem zu einer günstigen Tageszeit ausgeführt werden (morgens oder abends, vor oder nach der Hauptflugzeit), um Spurbienen keine Möglichkeit zu geben, „Witterung aufzunehmen“.
Samstag 16.04.10

Nachgefragt
Völkerverluste in Deutschland 2009/10
Zur Einschätzung der Überwinterungsrate wurden u. a. drei umfangreiche Umfragen durchgeführt,
deren (teilweise vorläufige) kurzgefasste Ergebnisse nachfolgend vorgestellt werden.
Bienengesundheit
Umfrage
Bochum – Celle – Hohenheim
Auf 14 imkerlichen Veranstaltungen, ergänzt um eine Internet-Umfrage, wurden im Norden,Süden und Westen Deutschlands 539 Imker/Innen mit 10.143 Völkern zu Verlusten und deren Ursachen anonym befragt.
Durchschnittlich wurden 15 % Verluste beklagt. Starke Abweichungen (verlustfrei oder Totalverlust) sind eher individuell als durch Region oder Umwelt bedingt. Trotz der Vielfalt der in der Praxis angewandten
Bekämpfungsverfahren sind regionale Muster und die Beratungspraxis der Bieneninstitute erkennbar.
Verluste von mehr als 10 % sind vermeidbar, wenn bei der Spätsommerpflege 3 – 8 Mal 60%ige AS(Ameisensäure) mit Schwammtuch oder 2 – 3 Mal 85%ige AS (Medizinflasche von oben) eingesetzt wird. 60%ige AS im Nassenheider Verdunster vertikal wenden 5,6 % der Befragten an. Durchschnittlich 27 % der Völker verstarben, wenn im Sommer ausschließlich Thymol appliziert wurde. Zur Restentmilbung hat sich die
„Oxalsäure-Träufelbehandlung“ durchgesetzt. Wer auf diese verzichtete oder sie als „Blockbehandlung“ im Sommer einsetzte, erlitt erhöhte Verluste. Die Studie verdeutlicht den durchschlagend positiven Effekt einer gut wirksamen Varroa- Behandlung im August und September auf die Überwinterung von Bienenvölkern: Imker mit geringen Überwinterungsverlusten (⌀ 7 %) sind weiblich, imkern im Durchschnitt kürzer als andere, schneiden
Drohnenbrut, nutzen zur Spätsommerbehandlung Ameisensäure (z. B. 2 × 85 %) undführen eine Winterbehandlung mit Oxalsäure durch.
Dr. Pia Aumeier, Ruhr-Uni-Bochum,
Dr. Otto Boecking, LAVES-Celle,
Dr. Gerhard Liebig, LAB-Hohenheim
Umfrage Mayen
In der bundesweiten Frühjahrsumfrage des DLR Fachzentrums Bienen und Imkerei Mayen meldeten bis Redaktionsschluss mehr als 2.100 Imker ihre Überwinterungsdaten. Danach starben im Winter 2009/2010
nach vorläufigen Berechnungen knapp 20 % aller Bienenvölker. Dieser Wert liegt über dem langjährigen Mittel, allerdings niedriger als zunächst erwartet, da im Sommer und Herbst 2009 teilweise hohe Varroabelastungen
gemeldet wurden. Als vermutete Ursachen wurden bei möglicher Mehrfachnennung u.a. angegeben: 31 % Varroa, 27 % „andere Ursachen“, 22 % Nosema, 18 % Verhungern. 34 % der Imker hatten keine Erklärung für ihre Verluste. Deutlich überdurchschnittliche Verluste traten in Imkereien auf, die „Oxalsäure“ oder „Bienenwohl“ als Sommerbehandlungsmittel angaben. Behandlungen mit 60%iger AS führten zu durchschnittlichen Verlusten,
während 85%ige AS-Anwendungen geringere Verluste zur Folge hatten. Bezahlt machte sich ein frühzeitiger Behandlungsbeginn. Imker, die bereits im Juli mit der Behandlung begannen, was in Spättrachtgebieten
nur eingeschränkt möglich ist, hatten gegenüber Imkereien mit Behandlungsbeginn im August deutlich weniger Winterverluste. Ein später Behandlungsbeginn im September brachte noch schlechtere Ergebnisse. Einen entsprechend positiven Effekt hat ein frühzeitiger Einfütterungsbeginn. Insgesamt konnten die Imker durch entsprechende Maßnahmen die Überwinterung positiv beeinflussen. Die vorliegenden Ergebnisse basieren auf
einer Internetumfrage. Eine detaillierte Auswertung erfolgt, wenn alle Rückmeldungen vorliegen, insbesondere die Antworten der Fragebögen, die in Imkerzeitschriften und Rundschreiben veröffentlicht wurden.
Dr. Christoph Otten, DLR-Mayen
Umfrage Baden-Württemberg
An der anonymen Fragebogenaktion der LAB-Hohenheim, der Imkerfachberater und des Diagnostikzentrums Aulendorf im Januar bis März nahmen 914 Imker mit 19.023 eingewinterten Völkern teil. Die Verlustrate lag bei 19,9 %, die durchschnittliche Völkerzahl der Imker betrug ca. 20 Völker. Zur Weiterentwicklung der Varroa Bekämpfungsstrategie stellen sich zwei Fragen: Sind die Ausfälle durchgehend hoch oder sind einzelne Imkereien besonders betroffen? Was machen Imker mit geringen Ausfällen anders als solche mit hohen? Zur ersten Frage geben die Daten eine recht klare Antwort: „Nur“ etwa ein Viertel der Imker hat hohe Ausfälle mit über 30 %, dagegen hat gut die Hälfte der Imker geringe Ausfälle von unter 15 %. Das lässt den Schluss zu,
dass der „hausgemachte“ imkerliche Einfluss auf die Überwinterungsfähigkeit der Völker sehr groß ist. Vergleiche zwischen hohen und geringen Völkerausfällen zeigen: Hohe Verluste treten auf, wenn Imker Oxalsäure im Sommer anwenden, mit Varroabehandlungen erst ab August beginnen, Ameisensäure von unten anwenden, Thymolpräparate oder „andere Methoden“ anwenden. Geringe Ausfälle treten auf, wenn Imker die Varroabehandlung im Juli beginnen, 85%ige AS-Medizinflasche verwenden, die Sommerbehandlung wiederholen. Auch Imker, die das Varroose-Bekämpfungskonzept- Ba-Wü angewendet haben, hatten „zu hohe“ Verluste. Die Weiterentwicklung des Konzeptes, u. a. zu einer flächendeckenden abgestimmten Behandlung, ist daher die Herausforderung für die Zukunft.
Dr. Frank Neumann, STUA-Aulendorf
Bemerkung der Redaktion: Bei allen Untersuchungen handelt es sich nicht um nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Stichproben.
Man muss davon ausgehen, dass sich eher die stärker interessierten und damit versierteren Imkerinnen und Imker an den Umfragen
auf den Imkerveranstaltungen und im Internet beteiligt haben. Die übrigen wissen oft wenig über Bekämpfungskonzepte, da man sie
weder auf Veranstaltungen noch mit der Beratung und Schulung erreicht. Zu befürchten ist daher, dass die Völkerverluste eher höher
anzusetzen sind – was durch den teilweise sehr frühen Abfragetermin (Januar) noch gestützt wird.
Die unterschiedliche Bewertung des Termins zur ersten Spätsommerbehandlung kann dadurch zustande kommen, dass das Drohnenbrut-
Schneiden oder die Winterbehandlung nicht immer gleich konsequent angewendet wurden. Offen bleibt auch die Frage, ob
die Imkerschaft bereits ausreichende Erfahrungen mit neueren Anwendungsverfahren, wie z. B. Thymol, besitzt und deren Wirkungsgrade
daher schon optimal sind. Weitere Informationen auf www.dlv.de/Imker unter Brennpunkt.
Quelle: ADIZ/db/IF 5/2010, Seite 3
Mittwoch 07.04.2010
Liebe Imkerkolleginnen und -kollegen!
Im letzten Rundbrief aus Mayen wurde die mögliche Ausbringung von SANTANA (Wirkstoff
Clothianidin) gegen den Drahtwurm im Mais angesprochen. In Bayern wude dies für
manche Gegenden bereits genehmigt; in diesen Gegenden wurde die Bildung von Runden
Tischen mit Vertretern der Imkerschaft und der Landwirte zur gegenseitingen Information
und Zusammenarbeit angeregt.
Clothianidin ist ein Neonicotinid. Der Wirkstoff (damals verwendet in der Beize des
Saatguts) wird für die Völkerverluste in Maisanbaugebieten im Oberrheingraben und in
Bayern verantwortlich gemacht. Ursache sei damals die unsachgemäße Beizung und
Ausbringung gewesen. Fest steht, dass der Wirkstoff unseren Bienen schaden kann.
Nach Auskunft der Landwirtschaftskammer Düren ist der Befallsdruck mit Drahtwürmern in
unserer Region derzeit noch nicht so hoch. Jedenfalls habe noch kein Landwirt oder
Lohnunternehmer einen Antrag zum Einsatz von SANTANA gestellt. Ich bin mit dem
zuständigen Mitarbeiter so verblieben, dass er mich benachrichtigt, sobald Anträge gestellt
werden. Wie man das Gespräch mit den Landwirten organisiert, muss dann ad hoc geklärt
werden.
Ich schlage vor, dass Sie diese Mitteilung in Ihren Vereinen bekannt machen. Aus meiner
Sicht würde es nicht schaden, wenn die Imker Kontakt zu Maisanbauern suchen.
Möglicherweise wird so der geplante Einsatz von SANTANA früher bekannt als über die
"amtlichen" Kanäle. Damit könnten wir wertvolle Zeit gewinnen.
Freundliche Grüße,
Ph. Elsässer
Beisitzer für Bienengesundheit, KIV Aachen